Utrecht 2025 – Ein Semester in den Niederlanden mit Erasmus+

Ich hatte im vorigen Schuljahr die tolle Möglichkeit, mit Unterstützung von Erasmus+ ein halbes Jahr die Schule im Ausland zu besuchen. Meine Reise führte mich an das Jordan-Montessori Lyceum Utrecht in den Niederlanden. Nach ca. eineinhalb Jahren Vorbereitung machte ich mich am 31. Jänner gemeinsam mit meinen Eltern auf den Weg nach Utrecht, eine Provinz (und Stadt) im Herzen der Niederlande.

Lea

 


Nachdem ich das erste Wochenende genutzt hatte, mich bei meiner (ersten) Gastfamilie einzuleben, ging am 3. Februar die Schule für mich los. Meine Eltern, die noch eine Woche bei mir in NL blieben begleiteten mich dorthin. Nach einem Gespräch mit Direktor Geert Looyschelder bekamen wir eine Führung durch die recht große Schule.
Das Jordan MLU, oder kurz einfach ,,Jordan‘‘ hat fast 1000 Schüler und über 100 Lehrkräfte. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine Montessori Schule: das bedeutet, dass man sich, mit Hilfe des Schulbuches, ca. 90% des Stoffes selbst beibringt. Bei Fragen kann man immer eine LehrerIn fragen. Übrigens: Die Lehrer und Schüler sind per Du und sprechen sich mit dem Vornamen an. Das vermittelt eine eher kollegiale Ebene, und die Lehrkraft wird nicht unbedingt als viel höhergestellt, sondern als ,,Coach‘‘ betrachtet. Jeder Schüler hatte auch einen eigenen Mentor (einen Lehrer, von dem man auch selbst unterrichtet wurde), mit dem man 1-mal die Woche WB (Arbeitsbesprechung) hatte. Dort bespricht man den derzeitigen Stand in der Schule, aber auch für private und soziale Probleme hat der Mentor ein offenes Ohr. Meine Mentorin war meine Deutschlehrerin Joan, und unsere 15-minütige WB jeden Freitag war immer das Highlight meiner Woche. 

 

Jeden Tag in der 3. Schulstunde hatten wir ,,Keuze‘‘. Das heißt, dass wir uns in dieser Stunde selbst aussuchen durften, zu welchem Fach und Lehrer wir gehen und woran wir lernen. Man konnte sich auch auf den Gang oder in die Bibliothek setzen-je nachdem, was man gerade braucht. Man konnte sich den Stoff jedes Quartals (das Schuljahr ist in 4, und nicht wie bei uns in 2, Teile aufgeteilt) gut selbst einteilen und musste nur darauf achten, bis Ende des Quartals alle Aufgaben fertig zu haben. Nach Jedem Pensum (=1 Quartal) hatten wir immer eine ganze Woche in der wir uns jede Stunde in der Woche selbst einteilen konnten. Die Woche darauf war Projektwoche, in der man verschiedenste spannende Dinge tun durfte. Bei meiner ersten Projektwoche reiste ich gemeinsam mit einer Schulklasse nach Eindhoven. Dort haben wir die Betriebe VDL und ASML besucht und bekamen einen Workshop von Studenten der TU Eindhoven. In meiner zweiten Projektwoche fand unsere Kulturreise nach Marrakech, Marokko, statt.
Nach schon ungefähr 4 Wochen war ich recht gut in den Niederlanden eingewöhnt, konnte mich fließend auf Niederländisch verständigen und hatte schon viele Freunde und Spaß an der Schule. Insgesamt durfte ich bei 10 verschiedenen Gastfamilien wohnen, bin also alle 2 Wochen umgezogen. Dies war am Anfang noch sehr anstrengend, aber ich genoss es, viele soziale Kontakte zu knüpfen und bin sehr dankbar, dass ich mir so ein großes Netzwerk in den Niederlanden aufbauen konnte.
Ich vermisse meine Zeit in Utrecht jetzt schon sehr. Innerhalb von fünfeinhalb Monaten konnte ich einen Großteil des Landes besuchen und habe mich erneut in die Niederlande verliebt.

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